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Pflegezukunft innovativ meistern

Großes Interesse an Fachtagung von Caritas Altenhilfe und Altenpflegeschule

Fulda (cif). Rund 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Altenpflegeeinrichtungen der Caritas, aber auch aus Einrichtungen in Trägerschaft anderer Wohlfahrtsverbände oder privater Anbieter waren kürzlich im Bonifatiushaus zur Teilnahme an einer Fachtagung zusammengekommen, die Caritas Altenhilfe und Altenpflegeschule gemeinsam anboten: „Das Psychobiografische Pflegemodell – Pflegzukunft innovativ meistern“ lautete der Titel der Veranstaltung, zu der als Hauptreferent der Wiener Pflegewissenschaftler Prof. Erwin Böhm geladen war.

Wir befinden uns in der Aula des Bonifatiushauses in Fulda. Professor Böhm referiert vor den Versammelten. Er steht im Plenum und trägt ein Mikrofon um seinen Hals. Seien Hände hält er gefaltet vor seinen Körper. Vor ihm sitzen viele Zuhörer an Tischreihen und  lauschen aufmerksam seinen Worten. Weitere Teilnehmer sitzen auf den Rängen und schauen fast ausschließlich auf Herrn Böhme.

Prof. Erwin Böhm bei seinem Vortrag.

Nach einer Begrüßung durch den Ressortleiter Altenhilfe, Achim Eng, der unterstrich, wie sehr der Caritasverband im Bistum Fulda bei der Ausrichtung seiner Einrichtungen und ihrer Betreuungsarbeit auf die Lehren Prof. Böhms setzt, stimmte die Leiterin der Caritas-Lehranstalt für Altenpflege, Dajana Herbst, auf das Thema der Tagung ein: Diese richtete ihr Augenmerk mit Seniorenarbeit natürlich auf die Vergangenheit, und zwar auf die vergangenen Lebensjahre der von der Altenhilfe betreuten Menschen, um ihnen eine sorgenfreie und angenehme Gegenwart am Lebensabend zu ermöglichen. Gleichzeitig ginge es natürlich in der Tagung auch um die Zukunft, nämlich die zukünftige Ausrichtung eben dieser Pflegarbeit, die sich mit den älter werdenden Generationen wandeln müsse.

Prof Erwin Böhm, der bereits vor einigen Jahren einmal Referent auf einer Fachtagung der Caritas Fulda gewesen war, ist der Entwickler des so genannten Psychobiografischen Pflegemodells, demzufolge man von einer Prägung des Menschen innerhalb der ersten 25 Lebensjahre ausgeht und alles Verhalten der Senioren auf die Erfahrungen und Schlüsselreize aus dieser frühen Lebensphase zurückzuführen ist. Prof Böhm propagiert zudem einen Pflegeansatz, dem entsprechend zunächst der Geist – die Seele – eines Menschen vor seinem Körper wieder bewegt werden muss, will man ihn in Alter und Demenz im Rahmen seiner Möglichkeiten reaktivieren.

Nun sind wir im überdachten Innenhof des Bonifatiushauses. Kleine Nischen wurden entsprechend der damaligen Zeit gestaltet Im Hintergrund ist eine altertümliche Küche mit einem umrahmtes Bild, Mustertapete, einem Holzradio und einem gedrechselten Tisch zu sehen. Im Vordergrund ist ein Mann im Elvis-Stiehl und eine Frau im Korbstuhl mit buntem Kleid, Stirnband und Zigarette zu sehen.

Die Schüler der Caritas Lehranstalt präsentierten typische Erinnerungsgegenstände für die vergangenen Jahrzehnte.

Durch seinen überaus lebendigen Vortrag gelang es Prof. Böhm im Bonifatiushaus sehr schnell, das gesamte Plenum in den Bann zu ziehen und für die nach seinen Worten alles andere als trockene Thematik einzuvernehmen. Breiten Raum widmete er der Frage, inwieweit sein Pflegemodell zukunftsfähig und auch auf spätere Pflegegenerationen anzuwenden sei. Dabei unterstrich er, dass Pflegemodelle einem steten Wandel zu unterziehen seien, denn sie seien nichts anderes als ein Veränderungsmanagement, das aber natürlich immer wieder den aktuellen Bedarfen des Klientel anzupassen sei.

Wie unterschiedlich die Generationen und damit auch ihre Prägungen und Erinnerungen sind, damit beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler des laufenden 28. Lehrgangs für Altenpflege an der Caritas Lehranstalt: Im Rahmen eines Videoprojektes hatten die Schüler dazu Vertreter der 60er, 70er, 80er und 90er Generationen befragt und in einem Film diese Interviews zusammengestellt. Die Befragten gaben auch Auskunft darüber, was ihnen in Hinblick auf eine spätere Pflegebedürftigkeit persönlich besonders wichtig sei, um so ein (Wunsch-)Bild der Pflegezukunft sichtbar zu machen.

Der Film wurde auf der Tagung vorgeführt und mit großem Applaus bedacht. Über die Ausstrahlung im Fuldaer Offenen Kanal war das etwa 20-minütige Video auch der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Eine weitere Präsentation durch die Schüler war die Zusammenstellung von typischen Gegenständen und Accessoires aus den verschiedenen Jahrzehnten, die womöglich später die Erinnerungszimmer und -ecken in den Altenpflegeheimen maßgeblich bestimmen könnten.

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